Freitag, 19. Oktober 2012

Das Tannennadelproblem

Bei uns im Haus gibt es keinen Teppichboden. Nur Fliesen mit Teppichläufern drauf. Aus "reinigungstechnischen Gründen" meint Frauchen. Wenn sie nicht immer so rumschmutzen würde, könnten wir auch flauschigen Teppichboden haben. Aber solange sie sich nicht benehmen kann, wird es wohl bei den Läufern bleiben.
In letzter Zeit häufen sich auf den Läufern und dem Boden diverse Tannennadeln in verschiedenen Größen und Stadien des Zerfalls. Ich habe keinen blassen Schimmer, wo die plötzlich herkommen. Liegt es am Kaminholz, welches portionsweise angeschleppt wird? Oder tritt sich Frauchen die Füsse nicht richtig ab? Unsere Gäste können das auch nicht sein, denn die ziehen sich meistens die Schuhe aus. Die Decke ist auch nicht aus Holz und Tannenzweigdeko kommt erst im Dezember zum Einsatz. Ich grüble schon den ganzen vormittag, woher diese pieksenden Holzstückchen kommen, aber so eine wirkliche Eingebung hatte ich bisher nicht.
Frauchen sieht mich gerade ziemlich vorwurfsvoll an! Sie hat eine Kehrschaufel und einen Besen in der Hand und meint, unser Staubsauger wäre schon völlig entkräftet und könnte eine Pause brauchen. Dieser Schwächling! Kaum gibt man ihm mal ein wenig Arbeit, muss er Pause machen. Wenn ich das ständig tun würde. Pah, dann würde ich vor lauter Pause nicht mehr zum Arbeiten kommen, soviel hab ich zu arbeiten. Äh? Wie meinst Du, Frauchen? Du siehst mich NUR Pause machen? Das liegt nur daran, dass ich ja DURCHGEHEND arbeite, wenn Du nicht daheim bist, verehrte Futtermittelverdienerin! Also, beschwer Dich nicht, wenn ich mich auch einmal ausruhe!
Zurück zu den Tannennadeln:
Heute ist es besonders schlimm, wo man geht und steht liegen die Dinger herum. Die pieksen auch so richtig, wenn man sich in die entsprechende Position zum stundenlangen Bewachen begibt. Da kann man sich hin- und herwälzen, die Teile stechen einen einfach überall. Warum Frauchen allerdings zuerst anfängt, in meinem Fell nach den Tannennadeln zu suchen, ist mir ein völliges Rätsel....
Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass mein Frauchen Photoshop perfekt beherrscht? DAS IST EINDEUTIG GETÜRKT! DAS SIEHT MAN DOCH....!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Montag, 15. Oktober 2012

Ist das vielleicht ätzend....

Hier regnet es gerade Bindfäden, es windet, Frauchen ist nicht da und ich arbeite hart! Ich liege unter dem Esszimmertisch und bewache Haus und Hof. Zum Glück muss ich bei dem Sauwetter nicht raus und meine Pfoten einschmutzen.
Uns Briards wird ja fälschlicherweise nachgesagt, dass wir ein Saubär-Gen eingekreuzt bekommen hätten, oder gar mit dem gemeinen Wald- und Wiesenwildschwein verwandt wären. Das sehe ich als vorsätzlich verbreitete Falschinformation!!!!
Es ist schon ziemlich unfair, dass man, nur weil man langes Fell hat, gleich als Hauptverursacher des Sandes am Fussboden abgestempelt wird. Da werden keine anderen Personen vernommen, nein. Da heisst es sofort: ER WARS!!!! Hier trampeln doch dauernd Leute durchs Haus, aber nein, der Fellträger muss wieder als Sündenbock herhalten.
Und Tannennadeln kann ja wohl auch jeder hier im Haus verloren haben. Nicht nur ich. Und wenn, dann war es höchstens eine, die sich versehentlich im Fell verfangen hat und die ich übersehen habe... höchstens eine!
Und die Schlammspur, die gestern abend durchs Wohnzimmer führte, war auch nicht von mir. Das kann ja wohl wirklich jeder gewesen sein. Da war Besuch da, mehrmals sogar... und die machen sich nicht alle die Füsse so sauber, wie ich das tue, bevor ich ins Haus gehe. Nein, da sind richtige Ferkel dabei, wie man an der Spur sieht. Wie? Das sind eindeutig Tatzenspuren? Sicher? Oooops......

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Früher war alles besser... Teil 2

Frauchen muss ja schliesslich mein Hundefutter ranschaffen, das geht wohl bloss mit Geld und deshalb geht sie arbeiten. Dann beginnt die entspannte Zeit des Tages für mich. Ich habe ein ganzes Haus nur für mich. Für mich ganz alleine. Da kann ich mich dann getrost überall hinfläzen, wo ich normalerweise einen gehörigen Rüffel bekomme, wenn ich dabei erwischt werde. Vorzugsweise liege ich aber unter dem Esszimmertisch. Da habe ich erstens das komplette Erdgeschoss im Blick und zweitens kann ich auch in alle Richtungen aus den Fenstern sehen. Die Haustür lasse ich natürlich auch nicht aus den Augen, es kann ja sein, dass SIE früher von der Arbeit nach Hause kommt und ich werde dabei erwischt, wie ich entspannt schlafe und nicht wache, wie sie es von mir erwarten. Das passiert zwar eher selten, aber man weiss ja nie.
Im zarten Alter von einem Jahr wollten sie meine unglaubliche Schönheit der Öffentlichkeit präsentieren und fuhren mit mir auf eine Hundeausstellung. Mit dem Wohnmobil. Das war klasse! Da konnte ich während der Fahrt neben dem Fahrersitz stehen und Anweisungen erteilen. Ja, ich weiss, das ist so nicht erlaubt, aber es hat echt Spass gemacht.
 
Bei der Hundeausstellung war es klasse. Jede Menge Vierbeiner, die genauso aussahen, wie ich. Leider gab es dabei auch ein paar sehr ungesellige Artgenossen. Das musste ich dort schmerzhaft feststellen :-(
 
Frauchen bürstete und frisierte mich und ich sah wirklich todschick aus. Passenderweise regnete es auf dem Weg in den Ausstellungsring wie aus Kübeln und der Weg dahin war eine Schlammsuhle, was ich super fand, meinem Fell aber nicht so gut bekam. Da aber alle Mitbewerber aussahen wie frisch aus dem Morast, war das weiter kein Problem!
Frauchen meinte auf dem Weg in den Ring, dass es ihr völlig egal sei, was dieser Richter von mir halte, denn für sie bin ich sowieso der Allerschönste! Manchmal liebe ich sie über alles :-)
Ich benahm mich im Ring so richtig daneben und zierte mich ein wenig, als der Mann mir an die...ähm....hmm....äh.... naja.... edelsten Teile griff.....! Aber sowas macht man ja auch nicht, wenn man sich noch nicht lange kennt! Das fand ich schon ziemlich daneben. Da hat keiner hinzugreifen ausser Frauchen und meine Lieblingstierärztin, menno! Aber anscheinend machte er das bei den anderen auch, denn ich sah sie genauso rumhüpfen und die Beine zusammenkneifen ;-)
Dieser Richter besah sich noch andere Körperteile von mir und gab tatsächlich Noten ab. NOTEN! Über mein Aussehen! Noten! Pfffff, mit welchen Recht benotet er meine...äh....ihr wisst schon...!
Zweibeiner halt. Die müssen alles bewerten und vergleichen! Da zählen innere Werte wohl gar nicht mehr! Ich meine Charakter, Intelligenz, Charme, bedingungslose Treue, Liebe usw. Nicht zu fassen, sowas!
Ja, jetzt meint ihr sicher, der Wuschel kommt mit inneren Werten, weil er schlecht benotet wurde... HAH!
Ich bekam die beste Bewertung, ein VV! Und deshalb war ich in der Endrunde um den schönsten Jungrüden. Mein Rivale war ein fauver (brauner) Rüde, der, das muss der Neid ihm lassen, sehr gut aussah! Wir durften also beide nochmal unsere unglaubliche Schönheit dem Richter präsentieren, was ich ziemlich öde fand und mich total gelangweilt an Herrchen wandte und ihn kräftig zum Spielen aufforderte. Der fauve Streber benahm sich wie ein völlig untypischer Briard und trabte brav seine Runden, während ich, wie ein Gummiball auf Ecstasy, durch die Gegend hüpfte. Der komische Mensch, den sie Richter nannten, fand das wohl nicht so spannend und so gab er die Trophäe an den Langweiler! Pfffff!!!! Als ich aber sah, dass der Hauptgewinn nur ein ätzender Pokal war und ich stattdessen eine grosse Tüte voller Leckereien bekam, ging ich, unter den neidvollen Blicken des Strebers, erhobenen Hauptes, mir meinen Triumpf in keinster Art und Weise anmerken lassend, vom Platz und schlug mir gehörig den Bauch voll!

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Früher war alles besser....

....meint Oma, aber ich finde, es ist immer wichtig, was man aus seinem Leben macht. Ich zum Beispiel finde, dass ich es eigentlich ganz gut getroffen habe. Freilich ist nichts wirklich perfekt, aber man muss Kompromisse eingehen. Ich könnte mir zwar durchaus ein Frauchen vorstellen, dass etwas mehr Rücksicht auf meine Befindlichkeiten nimmt, aber schliesslich habe ich sie mir selbst ausgesucht. Wie das kam? Na das wollte ich schon lange mal erzählen, denn ich werde ständig gefragt, wie mein Leben vor dem Blog aussah :-)
Ich stamme ja aus einem uralten französischen Hundeadelsgeschlecht ab und wurde passenderweise in der Fränkischen Schweiz in Aufsess geboren. Mein Stammbaum ist länger als das 4-lagige Toilettenpapier bei uns im Gästeklo und mein vollständiger Name ist Ulysses Phoebus de Corbeaux Farouches. Leider nennt mich Frauchen "WUTZI" oder "Phoebi". Naja....
Frauchen ist das ziemlich egal, ob ich ein "von" im Namen habe, wenn ich nicht das mache, was sie will, dann gibts richtig Ärger.

Ich hatte noch jede Menge Geschwister und unsere ersten drei Wochen bestanden hauptsächlich darin, den besten Andockplatz bei Mama zu finden und sich geschätzte 24 Stunden am Tag den Wanst vollzuschlagen :-)
Nach drei Wochen passierte es und SIE kam, um sich die schönsten Welpen der Welt anzusehen. Ich beguckte sie mir eine Weile, fackelte nicht lange und beschloss, dass das mein zukünftiges Frauchen werden sollte, wenn nichts Besseres mehr nachkäme. Sie wurde natürlich einem ausführlichem Bewerbungsverfahren unterzogen, auf Tauglichkeit als Spielgerät, Kuschelkissen, Pinkelplatz und Kauknochen überprüft. Ich wartete noch ein paar Wochen auf was Geeigneteres, aber bei allen anderen waren meine Geschwister schneller. So zog ich dann bei Frauchen ein.
Anfangs zierte ich mich ein wenig und machte einen auf schüchtern. So tanzten sie viel mehr um mich rum. Leider muss ich mich wohl irgendwie verraten haben, denn nach zwei Wochen war es vorbei mit der Verhätschelei. Ich musste in die Schule, die Welpenschule. Zum Glück wird da noch viel gespielt und ich hatte tolle Kumpels und Kumpelinen. Mein bester Freund war ein Beagle, der sechs Wochen älter war als ich. Im Laufe der Zeit konnte er problemlos unter meinem Bauch durchflitzen, das ergab dann tolle Möglichkeiten zu gepflegten Rangeleien und Keilereien. War das ein Spass.
Dann bekamen wir einen neuen Schüler, einen Doggenrüden "BamBam". Mein bester Kumpel steht wahrscheinlich auf Langbeiner und liess mich schnöde fallen wegen dieses Kurzhaarmonsters. Pffff. Aber auf so einen bin ich nicht angewiesen, ich wandte mich der Damenwelt zu. Meine beste Freundin ist Kira, die genauso alt ist wie ich. Wir sehen uns regelmässig zum Gassi gehen, manchmal baden wir, manchmal flitzen wir durch den Wald, wir teilen uns die Leckerlis unserer Frauchen und in die Hundeschule gehen wir auch gemeinsam.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Pah, my home is MY castle...

...und nicht für die Flattermänner!

 
Ist doch wahr! Das ist ja echt eine ziemliche Frechheit. Da lassen sie mir im Schweisse meines Angesichts über Monate das WASAUCHIMMER planen und bauen und dann.... dann... dann zieht da eine Kommune ein! Da sind tatsächlich Hähne und Hühner unter einem Dach! Die ganze Bande in einem Zimmer! Und wenn ICH mal ganz interessiert an Kira schnüffle, werde ich da gleich wegbeordert! Ist das gerecht? Macht man sowas? Die hätten sich ihre Unterkunft auch selbst bauen können! Diese Fledermäuse sind aber nicht so intelligent wie ich, ha! Deshalb schmarotzen sie sich kuckucksgleich einfach in mein Wellnessparadies. Das ist einfach bodenlos hinterhältig. Ich bin fast um Worte verlegen, den Zustand meiner Kränkung so richtig passend zu beschreiben. Aber, liebe Freunde, Ihr wisst sicher auch so, was in mir vorgeht!!!!